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Mieterselbstauskunft – Plage oder Chance?

VonACC Immobilien Consulting

Mieterselbstauskunft – Plage oder Chance?

Was ist eine Mieterselbstauskunft?

Die Mieterselbstauskunft ist ein Fragebogen, der vom Vermieter oder dem zuständigen Makler bereitgestellt wird. Darin werden persönliche Daten sowie Informationen zur finanziellen und beruflichen Situation des Miet-Interessenten abgefragt. Oftmals erfolgt die Entscheidung des Vermieters auf Basis der Mieterselbstauskunft. Umso wichtiger ist es also für den Miet-Interessenten diese wahrheitsgemäß und geschickt auszufüllen, sodass ein klares und überzeugendes Bild entsteht. 

Wann ist eine Mieterselbstauskunft eine echte Chance für Sie?

Grundsätzlich sind Sie als Miet-Interessent nicht verpflichtet eine Mieter-Selbstauskunft abzugeben. Im heißumkämpften deutschen Wohnungsmarkt werden mittlerweile viele Unterlagen als Vorschussleistung von allen Miet-Interessenten großzügig kassiert, während die Wohnungssuchenden bereitwillig ihre vertraulichen Informationen rausgeben, um an Ihre Traumwohnungen zu kommen. Bevor Sie als Interessent Ihre sensiblen Daten zur finanziellen und beruflichen Lage, evtl. auch noch mit Kopien von Nachweisen, inflationär rausgeben, sollte jeder Wohnungssuchende für sich Prioritäten setzen. Wer wirkliches konkretes Interesse an einer Wohnung hat, sollte mit Vollgas bereit sein, sich von der besten Seite zu zeigen – dazu gehört nun einmal auch Flexibilität und Kooperationsbereitschaft, die es mit der bereitwilligen Zuverfügungstellung aller verlangten Unterlagen zu beweisen gilt. Somit kann die Mieter-Selbstauskunft eine echte Chance darstellen, denn der Vermieter neigt natürlich eher dazu seine Wohnung an jemanden rauszugeben, dessen Bonität er besser abschätzen kann. 

Welche Fragen sind erlaubt?

Fragezeichen zum Thema Mieterselbstauskunft Plage ChanceDas Mietrecht gemeinsam mit dem Datenschutzrecht schränkt die legal erfragbaren Informationen, die über eine Mieter-Selbstauskunft abgefragt werden können ein, sodass private Fragen nicht zulässig sind. Das umfasst beispielsweise Fragen nach dem Musikgeschmack, der Religion, Parteizugehörigkeit, Sexualität oder nach der zukünftigen Familienplanung. Üblich waren früher auch das Abfragen nach den Kontaktdaten des derzeitigen Vermieters sowie darüber, welche Musikinstrumente vorhanden sind.

Aktuellere Mieter-Selbstauskünfte werden regelmäßig nur noch nach den Einkommensverhältnissen und den Angaben zur Anzahl der einziehenden Personen u. Ä. fragen. Außerdem wird pauschal immer abgefragt, ob die Räume ausschließlich privat genutzt werden, welche monatlichen Zahlungsverpflichtungen bestehen und ob Rechtsverfahren anhängig sind. Für solche Informationen besteht natürlich ein berechtigtes Interesse des Vermieters, der mit Ihnen ja eine Langzeit-Geschäftsbeziehung eingeht und gewissermaßen wissen möchte, auf was er sich eingelassen hat.

Welche Fragen sind also im Einzelnen zulässig?

Zulässige Fragen zur Identität: 

Der Vermieter überlasst dem Mieter seine Wohnung und das Recht zum Besitz dieser. Umgekehrt hat er dann auch ein berechtigtes Interesse daran, die Identität seines Mieters festzustellen. Daher sind Fragen zum vollständigen Namen, dem Geburtsdatum, der Anschrift und der Telefonnummer nötig.

Zulässige Fragen zum Arbeitgeber und zum Einkommen:

Stift und Einkommensnachweis zum Thema Mieterselbstauskunft Plage ChanceFragen, die im Zusammenhang mit der Solvenz des Mieters stehen, sind von Seiten des Vermieters zulässig, da dieser ein berechtigtes Interesse an der pünktlichen Zahlung der Miete hat, was künftige Hauptpflicht des Mieters aus dem Mietvertrag sein wird. Deshalb darf die Höhe des Einkommens, der Beruf und der Arbeitgeber abgefragt werden. Ebenso ist die Info nötig, ob das Gehalt des zukünftigen Mieters verpfändet ist. Der Vermieter darf auch danach fragen, ob die Miete selbst gestemmt werden kann oder die Unterstützung Dritter (z. B. Sozialamt) nötig ist.

Zulässige Fragen zu bestehenden Schulden:

Nach allgemeiner Rechtsauffassung kann der Vermieter vom Mieter auch verlangen, bestehende Schulden offen zu legen. Entsprechende SCHUFA-Auskünfte sind zumindest dann regelmäßig zulässig, wenn sie sich auf die letzten 3 Jahre beschränken. Fakt ist, dass der Vermieter sogar bezüglich Infos zur Bonität des Mietinteressenten in bestimmtem Umfang ein Auskunftsrecht hat. Deshalb ist es für eine Bewerbung auf eine Wohnung vollkommen ausreichend, die „abgespeckte Variante“ einer Selbstauskunft einzureichen, die bei guter Bonität nur davon spricht, dass „ausschließlich positive Vertragsinformationen vorliegen“.

Zulässigkeit nach DSGVO-Konformität:

  • erfragte Angaben nur für festgelegte, eindeutige und legitime Zwecke erhoben
  • nur Fragen, deren Antworten sich in irgendeiner Form auf das Mietverhältnis auswirken könnten 

Zulässigkeit der Fragen aus einer “freiwilligen” Selbstauskunft

Hände zum Thema Mieterselbstauskunft Plage ChanceGenerell ist auch zu beachten, dass im Laufe der Annäherung zwischen Interessenten und Vermieter, Letzterer  zu verschiedenen Zeitpunkten jeweils unterschiedliche Fragen stellen darf. Es ist jedoch auch zu beachten, dass die meisten Selbstauskunften mit einer Frewilligkeits-Erklärung beginnen werden, sodass die rechtliche Erlaubnis zur Abfragung der Daten ohnehin einen größeren Umfang hat und mit der individuellen Bereitschaft zur Abgabe der Infos variiert. Da also in der Praxis alle Mieter-Selbstauskünfte mehr oder weniger freiwillig erfolgen, soll hier von der Erläuterung der Details, wann was eigentlich abgefragt werden dürfte, abgesehen werden. 

Wieso werden in fast jeder Mieter-Selbstauskunft dennoch “unerlaubte” Fragen gestellt?

Die meisten Mieter-Selbstauskunften starten mit einer Phrase wie z. B. “hiermit mache ich folgende Angaben wahrheitsgemäß und freiwillig”, sodass alles Darauffolgende tatsächlich rein freiwillige Angaben sind, die der Miet-Interessent ausfüllen kann, oder eben nicht. Dennoch ist beiden Seiten von vorneherein klar, dass eine unvollständige oder unzufriedenstellende Selbstauskunft ein Ausschlusskriterium sein wird. Wenn also nach Informationen gefragt werden, die zu privat erscheinen, sollte im Eigeninteresse immer zuerst eine Abwägung gemacht werden, ob es die Preisgabe der Informationen wert ist. 

Welche Angaben sollten Sie machen?

Notizzettel zum Thema Mieterselbstauskunft Plage ChanceDer Umfang der Angaben, die auf einer freiwilligen Selbstauskunft gemacht werden, ist von der Bereitschaft zur Teilung der Daten durch den Wohnungssuchenden individuell abhängig. Wichtig ist immer, dass die Angaben der Wahrheit entsprechend gemacht werden und mit entsprechenden Nachweisen belegt werden können, das heißt: das angegebene Einkommen sollte sich auch mit der Zahl auf dem Einkommennachweis decken, der vermutlich als nächstes abgefragt wird. Sollten die Nachweise nicht ohnehin schon abgefragt werden, ist es eine Überlegung wert, nicht auf der Selbstauskunft bereits eine Notiz zu hinterlassen, dass die Nachweise vorhanden sind und bei Bedarf gerne vorgelegt werden können.

Tipp zum Einzugstermin:

Beim Durchsehen der erhaltenen Unterlagen wird der Makler oder auch der Vermieter genauer prüfen, ob die Angaben mit seinen Vorstellungen übereinstimmen. Wenn also die Wohnung beispielsweise ab 01.07. frei ist, dann sollte auch als gewünschten Einzugstermin der 01.07. angegeben werden und nichts anderes, damit der Entscheidungsgeber den Eindruck bekommt, dass er auf den richtigen Wohnungssuchenden für seine speziellen Kriterien trifft. 

Was muss ich dem potentiellen Vermieter ungefragt kommunizieren?

Vom Miet-Interessenten muss dem Vermieter gegenüber Folgendes ungefragt kommuniziert werden:

  • wenn die Höhe der Miete >75% des aktuellen Netto-Einkommens beträgt
  • wenn das Sozialamt involviert und unterstützend bei der Bezahlung der Miete tätig ist
  • oder wenn ein Insolvenzverfahren über das Privatvermögen eröffnet ist.

Welche Folgen hat es, wenn der Mieter falsche Angaben macht?

Auszug zum Thema Mieterselbstauskunft Plage ChanceBei Falschangaben oder unterlassenen Angaben kann das Mietverhältnis vom Vermieter fristlos gekündigt oder angefochten werden. Andererseits verfügt der Mieter natürlich weiter über sein Recht auf informationelle Selbstbestimmung, wonach er sich bei allen Fragen, die er nicht beantworten muss, auch nicht an die Wahrheit zu halten hat.

Fazit 

Das gekonnte Einsetzen einer Mieterselbstauskunft ist für den erfolgssuchenden Mietinteressenten essentiell, dennoch ist es ein sehr individuell gestaltbares Tool bei der Wohnungssuche, das fast unumgänglich ist. Mit wahrheitsgemäßen Angaben, die gerne ausgeschmückt werden können, wenn es die Wohnung wert ist, sind meistens die größten Erfolgschancen gegeben. 

Über den Autor

ACC Immobilien Consulting administrator

ACC Immobilien Consulting gehört zu den erfolgreichsten Anbietern von Immobilien im Rhein-Main-Gebiet. Unser Hauptgeschäft ist die professionelle Vermittlung von privaten sowie gewerblichen Kauf- und Mietobjekten. Gegründet wurde ACC Immobilien Consulting von Jennifer Schwalm.

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